»Das Schwierigste sind die Kinder«

Als säkulare Westeuropäerin musste ich mich in meinen ersten Wochen in Jerusalem vor allem an zwei Dinge gewöhnen: Die Menge an jüdischen, muslimischen oder christlichen Heiligtümern und die Menge an Kindern in der Altstadt. Während ich mit ersterem gerechnet hatte, kam letzteres ziemlich unerwartet. Denn mindestens genauso oft, wie ich plötzlich zufällig einem Heiligtum gegenüberstand und besondere Verhaltensregeln befolgen musste, stieß ich in Jerusalem auf Horden kleiner Jungen und Mädchen, die in Deutschland als Kindergartengruppe durchgehen würden, hier aber einfach nur Geschwister auf dem Weg zum nächsten Spielplatz…

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Sprachkurs-Wahnsinn und ein Lied für den Frieden

Die erste große Sinnkrise meines Lebens hatte ich im Alter von vier Jahren in den USA. Wir besuchten dort meine Tante, reisten durchs Land und ernährten uns von labbrigen Brötchen und viel zu süßer Marmelade. Als ob das nicht gereicht hätte, sprachen auch noch alle Menschen eine komische Sprache und verstanden nicht, was ich ihnen in meinem überschwänglichen Mitteilungsbedürfnis erzählte. Ziemlich trotzig und unter Tränen, so erzählen es meine Eltern, habe ich damals beschlossen, alle Sprachen der Welt zu lernen. Inzwischen bin ich skeptisch geworden, ob mir das…

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Erste Tage mit einem streikenden Körper

Kurz nach meiner Ankunft in Israel war ich vor allem eines: Krank. Und zwar ständig. Erst schlug ich mich mit einem schmerzenden Ohr herum, dann hatte ich plötzlich immer wieder heftige Bauchschmerzen und nach zwei Wochen in Jerusalem war meine Nase trotz sommerlicher Temperaturen verstopft, mein Appetit verflogen und Tee mein Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Papa war natürlich überzeugt: „Jetzt sagt dir dein Körper, dass ihm dein Stress und Rumgereise in den letzten Jahren ein bisschen viel wird!“. Und Mama bekam fast wöchentlich einen „Mama, ich habe das…

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